Die Notstromversorgung:
"Sicherheitstechnische Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung des KKM 2007, Tabelle 3.3.1 sowie Seite 6-97"
Im AKW Mühleberg gibt es 3 Notstromdiesel eine Notstromdieselanlage von 1,8MVA für die Stränge 1 und 2 sowie 2 SUSAN-Notstromdieselanlagen von je 0,8MVA Stränge III und IV.
Ausfälle der Stromversorgung: "Sicherheitstechnische Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung des KKM 2007, sowie Seite 6-100"
Im Bewertungszeitraum sind im KKM 14 meldepflichtige Vorkommnisse eingetreten, welche die Stromversorgungsanlagen tangierten. Davon wurden 5 Vorkommnisse direkt auf Komponentenstörungen resp. Defekte innerhalb verschiedener elektrischer Ausrüstungen der Stromversorgungssysteme zurückgeführt. Da die Vorkommnisse keine oder nur eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung
aufwiesen, wurden von der HSK 8 Vorkommnisse der Kategorie U (unklassiert) und 6 Vorkommnisse der Kategorie B zugeordnet. Bei 2 Vorkommnissen der Kategorie B, welche die Notstromdieselanlage infolge Dieselmotorschaden und den Ausfall der Hydroeinspeisungen C1/C2 infolge Kurzschluss an den Sammelschienen I und II im Wasserkraftwerk Mühleberg betrafen, resultierte
eine Einschränkung in der Verfügbarkeit von Sicherheitseinrichtungen. Die Unverfügbarkeiten der in diesen beiden Fällen betroffenen Einrichtungen zur Versorgung der Notstromschienen lagen innerhalb der in den Technischen Spezifikationen erlaubten Reparaturzeiten. Festzuhalten ist aber, dass bei keinem der 14 Vorkommnisse eine Unverfügbarkeit in der Versorgung der notstromberechtigten Verbraucher verzeichnet wurde. Keines der meldepflichtigen Vorkommnisse weist auf eine latente
Schwachstelle in der Auslegung der Stromversorgung hin.
Erwähnenswert ist das Vorkommnis vom Juni 1999 der Kategorie U, mit dem, unfreiwillig, die störungsfreie Beherrschung eines Volllastabwurfes auf Eigenbedarf demonstriert wurde. Dabei führte der Bruch eines Abspannisolators an der Verbindungsleitung beider 220-kV-Unterstationen Ost und West zur Auslösung des Sammelschienenschutzes beider 220-kV-Sammelschienensysteme. Der Lastabwurf wurde von beiden Turbogeneratorsätzen beherrscht und die Eigenbedarfsversorgung auslegungsgemäss über die 6-kV-Blockschienen D und F sichergestellt.
Die in den Technischen Spezifikationen geforderten Funktionsprüfungen werden anhand von Check und Wiederholungsprüflisten durchgeführt. Planmässige Kontrollen und Revisionen der Komponenten erfolgen im Rahmen des Instandhaltungsprogrammes für elektrische Einrichtungen. Sie werden ergänzt durch die bei den täglichen Rundgängen im Bereich der Stromversorgungsanlagen durchgeführten visuellen Kontrollen. Von den 14 meldepflichtigen Vorkommnissen ereigneten sich 6 bei der Durchführung von Funktionsprüfungen. Davon waren zwei auf Störungen elektrischer Überwachungsrelais des Notstromdiesel-Generators bzw. des Gleichrichters des Notstandstranges IV zurückzuführen. Ausser bei der nachfolgend dargelegten Havarie des Notstromdiesels kam es bei Funktionsprüfungen nicht zu Einschränkungen in der Verfügbarkeit von Sicherheitseinrichtungen. Die Ergebnisse oder Befunde der Funktionsprüfungen geben den guten Zustand der elektrischen Energieversorgungsanlagen und der zugehörigen Leittechnikeinrichtungen wieder. Diese Aussage wird auch durch die geringe Störanfälligkeit dieser Ausrüstungen bestätigt.
Der im September 1997 beim monatlichen Testlauf des Notstromdiesels durch einen „Kolbenfresser“ verursachte Dieselmotorschaden grösseren Ausmasses führte zu einer Unverfügbarkeit der Notstromdiesel- Generatoranlage. KKM konnte einen bau- und typengleichen sowie werksqualifizierten Ersatzmotor aus einer Zivilschutzanlage beschaffen. Diese Notstromgruppe wurde ins KKM transportiert. Der Dieselmotor wurde anstelle des havarierten Diesels auf dessen Fundament aufgestellt und
die KKM-eigenen, zugehörigen Komponenten vom KKM-Diesel an den Ersatzmotor montiert. Für die Steuerung wurde die bestehende Leittechnik verwendet. Die funktionstüchtige Ersatz-Notstromdieselanlage konnte unter Einhaltung der in den Technischen Spezifikationen geforderten Reparaturzeit eingerichtet werden. Seit diesem Vorkommnis verfügt KKM vertraglich über die Erlaubnis, bei Bedarf auf die Notstromdieselanlage dieser Zivilschutzanlage zurückgreifen zu können.