{"id":353,"date":"2015-11-01T22:39:41","date_gmt":"2015-11-01T21:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fokusantiatom.ch\/?page_id=353"},"modified":"2019-05-11T17:46:57","modified_gmt":"2019-05-11T15:46:57","slug":"tschenobyl","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/?page_id=353","title":{"rendered":"Tschenobyl (UKR)"},"content":{"rendered":"\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tschernobyl in Wikipedia<\/a><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.grs.de\/content\/tschernobyl\">https:\/\/www.grs.de\/content\/tschernobyl<\/a> <\/td><\/tr><tr><td> <br><a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/technik\/atomkraft\/das_reaktorunglueck_von_tschernobyl\/index.html\">https:\/\/www.planet-wissen.de<\/a><\/td><td>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/myschool\/tschernobyl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tschernobyl bei srf.ch<\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fokusantiatom.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/TschernobylReaktor1986.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-357\" width=\"272\" height=\"350\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.iaea.org\/PRIS\/CountryStatistics\/ReactorDetails.aspx?current=576\" target=\"_blank\">Tschernobyl Reaktor 4<\/a> , RBMK 1000 Reaktor, (Insgesamt 6 Reaktoren am Standort)&nbsp;war&nbsp;ein Leichtwasser&nbsp;gek\u00fchlter&nbsp;Graphit&nbsp;&nbsp;moderierter&nbsp;(LWGR)&nbsp;Siedewasserreaktor,&nbsp;oder RBMK. Leichtwasser zur K\u00fchlung und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graphit\" target=\"_blank\">Graphit<\/a> als Moderator, er konnte mit Natururan 2-2,5% betrieben werden.   \n\n<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine Untersuchung der Universit\u00e4t &#8222;Bristol GB&#8220; zeigt HotSpot&#8217;s im verseuchten Tschernobyl  Wald <\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bristol.ac.uk\/news\/2019\/april\/chernobyl-drones-.html\">https:\/\/www.bristol.ac.uk\/news\/2019\/april\/chernobyl-drones-.html<\/a><\/p>\n\n\n<a href=\"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019_Tchernobyl_Drohne.pdf\" class=\"pdfemb-viewer\" style=\"\" data-width=\"max\" data-height=\"max\" data-toolbar=\"bottom\" data-toolbar-fixed=\"on\">2019_Tchernobyl_Drohne<\/a>\n<p class=\"wp-block-pdfemb-pdf-embedder-viewer\"><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sp\u00e4tsch\u00e4den bei Tschernobyl<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>05.04.2004,&nbsp;Quelle: DER SPIEGEL 19\/1998 vom 4. Mai 1998 Seite 14<\/strong><br>von Zw\u00f6lf Jahre nach dem Ungl\u00fcck von Tschernobyl meldet der ukrainische Gesundheitsminister Andrej Serdjuk, das noch immer 3,2 Millionen Menschen auf radioaktiv verseuchtem Boden leben. Von den insgesamt 350 000 Helfern, die sich an der Eind\u00e4mmung der Katastrophenfolgen beteiligt hatten, starben 12 519 an Schilddr\u00fcsenkrebs, Leuk\u00e4mie, Gef\u00e4ss- und Strahlenkrankheiten, davon 2197 im vergangenen Jahr. Die Zahl der F\u00e4lle von Schilddr\u00fcsenkrebs bei Kindern habe sich gegen\u00fcber 1986 verzehnfacht, mit weiter steigender Tendenz. Der Leiter der Tschernobyl-Filiale des Kurtschatow-Instituts f\u00fcr Atomphysik, Alexej Borowoi, rechnet mit einer zehnprozentigen Wahrscheinlichkeit, dass der Betonmantel \u00fcber Block IV des Atomkraftwerks unter normalen seismischen und metereologischen Bedingungen noch in diesem Jahr einst\u00fcrzen wird.<br><b><span style=\"color: black; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br><\/span><\/b><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Europa noch immer Radioaktiv verseucht<\/h2>\n\n\n\n<p><b><span style=\"color: black; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><b><strong><span style=\"color: black; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">26.04.2005,&nbsp;ORF.online,&nbsp;<\/span><\/strong><\/b><\/span><\/b><\/p>\n\n\n\n<p><em>Lebensmittel weiter belastet<\/em><br>Als Auswirkungen der Katastrophe sind in der EU zahlreiche Nahrungsmittel wie Wildfleisch und Waldpilze noch heute hoch radioaktiv belastet. Das best\u00e4tigte die EU-Kommission in ihrer Antwort auf eine Anfrage der EU-Gr\u00fcnen.<br>Belastet seien nicht nur Lebensmittel aus den am schwersten betroffenen Gebieten in der Ukraine und in Weissrussland, sondern selbst in Regionen Europas, die sehr weit vom Ungl\u00fccksort entfernt liegen, sagte die Abgeordnete Rebecca Harms gestern.<br><em>Auch \u00d6sterreich genannt<\/em><br>In &#8222;Wildfleisch, wild wachsenden Beeren, Wildpilzen und in Fleisch fressendem Fisch (&#8230;) aus bestimmten Regionen in Deutschland, \u00d6sterreich, Italien, Schweden, Finnland, Litauen und Polen&#8220; werde zuweilen eine Belastung mit Caesium 137 erreicht, die vielfach \u00fcber der zul\u00e4ssigen H\u00f6chstgrenze liege, hiess es. &#8222;In den kommenden Jahrzehnten&#8220; werde die radioaktive Belastung bestimmter Produkte nicht nennenswert zur\u00fcckgehen, heisst es in der Antwort weiter. Der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel m\u00fcsse deshalb noch viele Jahre eingeschr\u00e4nkt bleiben, hiess es mit Verweis auf derzeit noch geltende Beschr\u00e4nkungen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">18 Jahre danach &#8211;&nbsp;Einige Facts<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>26.04.2005, Schweizerisches Bundesamt f\u00fcr Gesundheit BAG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Auswirkungen auf die Schweiz<\/em><br>Zur Strahlendosis haben drei Radionuklide am meisten beigetragen: das kurzlebige Jod-131 mit einer Halbwertszeit von 8 Tagen, sowie die beiden Caesium-Nuklide -134 und -137 mit Halbwertszeiten von 2 beziehungsweise 30 Jahren. Die Ablagerungen des letzteren betrugen in den am st\u00e4rksten betroffenen Regionen des Tessin bis einige Zehntausend Becquerel 1) pro m2. Die durchschnittliche Strahlendosis der Schweizer Bev\u00f6lkerung durch diesen Unfall betrug im ersten Folgejahr 0.22 milli-Sievert 2); davon entfallen etwa 40 Prozent auf die beiden Caesium-Nuklide und etwa 30 Prozent auf Jod-131 in den Nahrungsmitteln. In den am meisten betroffenen Regionen &#8211; und dort insbesondere bei Selbstversorgern &#8211; lagen die Strahlendosen bis etwa zehn mal h\u00f6her. In den folgenden Jahren nahmen die Dosen deutlich ab und liegen heute weit unter einem Hundertstel eines milli-Sievert pro Jahr. Bildet man die Summe der Dosen von 1986 bis heute ergibt sich im Landesdurchschnitt ein Total von etwa 0.5 milli-Sievert. Im Vergleich dazu betr\u00e4gt die gesamte j\u00e4hrliche Strahlendosis der Schweizer Bev\u00f6lkerung im Mittel 4 milli-Sievert; hiervon stammt der gr\u00f6sste Anteil, n\u00e4mlich 1.8 milli-Sievert pro Jahr, vom Radon im Hausinnern mit seinen Folgeprodukten.<br><em>Die Situation in der Schweiz heute<\/em><br>Auch heute ist das langlebige Caesium-137, vor allem im Tessin, noch in Spuren nachweisbar, obwohl dieses Nuklid seither abgeklungen und in tiefere Erdschichten eingedrungen ist. Im Tessin werden heute noch im Erdboden bis 460 Becquerel pro kg, im Gras bis 20 Becquerel pro kg Trockenmasse und in der Milch bis 25 Becquerel pro Liter 3) festgestellt. Eine Person, die sich heute w\u00e4hrend der gesamten Arbeitszeit im Freien in der am st\u00e4rksten betroffenen Gegend aufh\u00e4lt, bek\u00e4me eine zus\u00e4tzliche j\u00e4hrliche Strahlendosis von 0.1 milli-Sievert. Bei einem Erwachsenen, der t\u00e4glich drei Deziliter Milch mit den erw\u00e4hnten 25 Becquerel pro Liter trinkt, betr\u00e4gt die zus\u00e4tzlich Dosis 0.04 milli-Sievert pro Jahr. Abgesehen von diesen Ausnahmen hat der Gehalt an k\u00fcnstlicher Radioaktivit\u00e4t in den Grundnahrungsmitteln bereits ab 1987 deutlich abgenommen und ist heute meist nicht mehr nachweisbar.<br>Beim Wildfleisch und bei den Wildpilzen, vor allem R\u00f6hrlinge und Zigeunerpilze, ist eine allm\u00e4hliche Abnahme zu erkennen und der Toleranzwert f\u00fcr die Summe der beiden Caesium-Nuklide von 600 Bq pro kg wurde nicht mehr \u00fcberschritten. Bei den f\u00fcr Menschen ungeniessbaren aber vom Wild sehr gesch\u00e4tzten Hirschtr\u00fcffeln (Elaphomyces) wurden im Tessin Werte bis 20&#8217;000 Bq pro kg Trockenmasse gefunden. F\u00fcr importierte Pilze verlangt die Schweiz seit 1999 &#8211; wie auch die EU &#8211; ein Radioaktivit\u00e4tszertifikat, um zu vermeiden, dass Ware mit zu hohem Caesiumgehalt in die Schweiz gelangt. Ber\u00fccksichtigt man die geringen Verzehrsmengen von Wildpilzen und Wildfleisch im Vergleich zu den Grundnahrungsmitteln, dann sind die daraus resultierenden Strahlendosen unbedenklich.<br><em>Die m\u00f6glichen gesundheitlichen Auswirkungen<\/em><br>Was sind die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Schweizer Bev\u00f6lkerung ? Dazu m\u00fcssen die oben genannten 0.5 milli-Sievert welche die Schweizer Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend rund einer Generation zus\u00e4tzlich erh\u00e4lt, mit der gesamten Strahlenexposition w\u00e4hrend dieser Zeit &#8211; n\u00e4mlich rund 120 milli-Sievert &#8211; verglichen werden. Die Internationale Strahlenschutzkommission hat aus den Statistiken der \u00fcberlebenden von Hiroshima und Nagasaki Strahlenrisiko-Faktoren hergeleitet. Diese besagen, dass in einer Gruppe von 100 Personen, die einer einmalige Strahlendosis von 1000 milli-Sievert ausgesetzt sind, im Mittel f\u00fcnf zus\u00e4tzliche Krebstodesf\u00e4lle zu erwarten sind. In der Schweiz treten pro Generation und pro Million Einwohner rund 66&#8217;000 spontane Krebstodesf\u00e4lle auf. Die genannten 0.5 milli-Sievert bedeuten somit eine hypotetische Zunahme um weniger als ein halbes Promille, was statistisch nicht nachweisbar sein wird.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Americium als Folgeprodukt gef\u00e4hrdet Tschernobyl auch in Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/tschernobyl-folgen-in-weissrussland-verschwiegen-vertuscht-verharmlost-a-1089091.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/tschernobyl-folgen-in-weissrussland-verschwiegen-vertuscht-verharmlost-a-1089091.html<\/a> , Spiegel online, 26.04.2016<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ebenfalls vorhanden, wenn auch in geringeren Mengen ist Plutonium-240. Dessen Halbwertszeit betr\u00e4gt sogar 6537 Jahre. Aus Plutonium bildet sich beim Zerfall Americium, das sogar noch st\u00e4rker strahlt. Americium l\u00f6st sich auch in Wasser auf.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zerfallsreihe <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Isotopes_of_plutonium#\/media\/File:Sasahara.svg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Isotopes_of_plutonium#\/media\/File:Sasahara.svg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Americium Hazards<\/p>\n\n\n\n<p>Americium-241 is a form of&nbsp;<a title=\"Americium\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Americium\">americium<\/a>&nbsp;therefore having the same general hazards. Americium and its isotopes are both extremely toxic and radioactive. Although&nbsp;<a title=\"Alpha particle\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Alpha_particle\">\u03b1-particles<\/a>&nbsp;can be stopped by a sheet of paper, there are serious health concerns for ingestion of \u03b1-emitters. Americium and its isotopes are also very chemically toxic as well, in the form of heavy-metal toxicity. As little as 0.03 \u03bcCi (1,110 Bq) is the maximum permissible body burden for&nbsp;<sup>241<\/sup>Am.&nbsp;<sup id=\"cite_ref-22\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Americium-241#cite_note-22\">[22]&nbsp;&nbsp;<\/a><\/sup>Americium-241 is an \u03b1-emitter with a weak \u03b3-ray byproduct. Safely handling americium-241 requires knowing and following proper safety precautions, as without them it would be extremely dangerous. Its specific gamma dose constant is 3.14 x 10<sup>\u22121<\/sup>&nbsp;mR\/hr\/mCi or 8.48 x10<sup>\u22125<\/sup>&nbsp;mSv\/hr\/MBq at 1 meter.&nbsp;<sup id=\"cite_ref-23\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Americium-241#cite_note-23\">[23]&nbsp;&nbsp;<\/a><\/sup>If consumed, americium-241 is excreted within a few days and only 0.05% is absorbed in the blood. From there, roughly 45% of it goes to the&nbsp;<a title=\"Liver\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Liver\">liver<\/a>&nbsp;and 45% to the bones, and the remaining 10% is excreted. The uptake to the liver depends on the individual and increases with age. In the bones, americium is first deposited over&nbsp;<a title=\"Cortex (anatomy)\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Cortex_(anatomy)\">cortical<\/a>&nbsp;and&nbsp;<a title=\"Trabecula\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Trabecula\">trabecular<\/a>&nbsp;surfaces and slowly redistributes over the bone with time. The biological half-life of&nbsp;<sup>241<\/sup>Am is 50 years in the bones and 20 years in the liver, whereas in the&nbsp;<a title=\"Gonad\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gonad\">gonads<\/a>&nbsp;(testicles and ovaries) it remains permanently; in all these organs, americium promotes formation of cancer cells as a result of its radioactivity.<sup id=\"cite_ref-24\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Americium-241#cite_note-24\">[24]<\/a>&nbsp;&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Americium-241\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Americium-241<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Tschernobyls verstrahlter Schatten l\u00e4nger als gedacht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.derstandard.at\/\">derStandard.at<\/a> ANDR\u00c9 BALLIN 19. Juni 2018, Im Nordwesten der Ukraine geben K\u00fche radioaktiv verseuchte Milch, die getrunken wird Mehr als 30 Jahre sind seit dem Reaktorungl\u00fcck von Tschernobyl vergangen, doch die Menschen in der Region werden weiter verstrahlt. Eine gemeinsam von der britischen Universit\u00e4t Exeter und dem ukrainischen Institut f\u00fcr landwirtschaftliche Radiologie entworfene Umweltstudie kommt zu einem beunruhigenden Ergebnis: Die Bewohner der nordwestukrainischen Region Riwne nehmen \u00fcber ihre Nahrung vielfach eine deutlich \u00fcberh\u00f6hte Konzentration von C\u00e4sium-137-Isotopen auf. Die Wissenschafter baten Einwohner von 14 D\u00f6rfern in der Region um Proben von Milch, Kartoffeln und Pilzen. Es ist bekannt, dass sich bei einer Verstrahlung gerade in diesen Produkten radioaktive Elemente ansammeln. 200 Kilometer entfernt Bei der Auswertung der \u00fcber 1000 Proben stie\u00dfen die Forscher auf regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberh\u00f6hte Werte. In manchen F\u00e4llen lag die C\u00e4siumkonzentration beim F\u00fcnffachen der zul\u00e4ssigen H\u00f6chstgrenze. In sechs der 14 D\u00f6rfer stuften die Forscher die Milch als gesundheitssch\u00e4digend f\u00fcr Erwachsene ein, in acht der 14 D\u00f6rfer lag die Konzentration von C\u00e4sium \u00fcber dem f\u00fcr Kinder zul\u00e4ssigen H\u00f6chstwert. Dabei ist das Ph\u00e4nomen keineswegs auf die unmittelbare Umgebung Tschernobyls beschr\u00e4nkt. Dort wurden viele D\u00f6rfer und St\u00e4dte nach dem Ungl\u00fcck ohnehin evakuiert. Bei der jetzigen Untersuchung fanden sich C\u00e4siumspuren in D\u00f6rfern, die mehr als 200 Kilometer vom Ungl\u00fccksort entfernt sind. &#8222;Selbst 30 Jahre nach der Katastrophe werden die Menschen weiter von ihr gesch\u00e4digt, wenn sie sich mit lokalen Lebensmitteln, darunter auch Milch, versorgen&#8220;, klagte Iryna Labunska von der Universit\u00e4t Exeter. Der Boden sei zwar weitgehend unverseucht, doch in Pflanzen und Tieren sammle sich das C\u00e4sium weiter an und gelange so auch in den menschlichen K\u00f6rper. &#8222;Gerade f\u00fcr Kinder ist das besonders gef\u00e4hrlich&#8220;, f\u00fcgte Labunska hinzu. Zwar hat C\u00e4sium-137 eine Halbwertszeit von 30 Jahren, doch laut der Studie wird das Problem in den n\u00e4chsten Jahren nicht einfach verschwinden. Flora und Fauna werden wohl noch bis 2040 \u00fcberh\u00f6hte C\u00e4siumkonzentrationen aufweisen. Die lang anhaltende Aufnahme des radioaktiven Isotops kann schwere Krankheiten ausl\u00f6sen: Neben verschiedenen Krebsleiden sind auch Verdauungs- und Nierenst\u00f6rungen die Folge, genauso wie Erblindungen durch den grauen Star. Schutzma\u00dfnahmen eingestellt Alternativen haben die Menschen vor Ort allerdings kaum. Die Region ist l\u00e4ndlich gepr\u00e4gt, die Einkommen sind niedrig. Die Bauern sind auf die Viehhaltung angewiesen, um ihr Dasein zu fristen. Bis vor etwa zehn Jahren hat die ukrainische Regierung noch Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung finanziert, diese wurden dann aber wegen Geldmangels eingestellt. Laut Labunska k\u00f6nnte auch das aktuelle Problem mit entsprechender Finanzierung gel\u00f6st werden: Die Gefahr der C\u00e4siumvergiftung kann durch den Einsatz der Chemikalie Hexacyanoferrat gesenkt werden. Nur kostet die Ma\u00dfnahme etwa 80.000 Dollar pro Jahr, in den untersuchten D\u00f6rfern leben aber nur rund 800 Menschen. Mehr noch als die Ukraine wurde Wei\u00dfrussland vom Tschernobyl-Ungl\u00fcck getroffen. Staatschef Alexander Lukaschenko sieht allerdings keine Gefahren mehr. Jedenfalls hat der wei\u00dfrussische Pr\u00e4sident vor einem Jahr die administrative Beschneidung der atomar verseuchten Region angeordnet. Es sei inzwischen m\u00f6glich, den Kreis Choiniki wieder st\u00e4rker landwirtschaftlich zu nutzen, begr\u00fcndete Lukaschenko damals. Atomphysiker haben diese Initiative scharf kritisiert. Schon 2011 hatte die Gebietsadministration von Gomel versucht, verseuchte Gebiete umzudeklarieren. Die Beamten scheiterten damals an Umweltgutachten. Eine rapide Verbesserung der Lage halten \u00d6kologen f\u00fcr unm\u00f6glich. (Andr\u00e9 Ballin, 19.6.2018) \u2013 <a href=\"http:\/\/www.derstandard.at\/2000081805094\/Tschernobyls-verstrahlter-Schatten-laenger-als-gedacht\">www.derstandard.at\/2000081805094\/Tschernobyls-verstrahlter-Schatten-laenger-als-gedacht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tschernobyl in Wikipedia https:\/\/www.grs.de\/content\/tschernobyl https:\/\/www.planet-wissen.de &nbsp;Tschernobyl bei srf.ch Tschernobyl Reaktor<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":350,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-353","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=353"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/353\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1549,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/353\/revisions\/1549"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}