{"id":321,"date":"2011-12-01T12:08:19","date_gmt":"2011-12-01T11:08:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fokusantiatom.ch\/?p=321"},"modified":"2015-11-07T00:02:10","modified_gmt":"2015-11-06T23:02:10","slug":"77-tage-sind-nicht-genug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/?p=321","title":{"rendered":"77 Tage sind nicht genug"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"http:\/\/www.fokusantiatom.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/77-tage.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-322 alignleft\" src=\"http:\/\/www.fokusantiatom.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/77-tage-212x300.jpg\" alt=\"77-tage\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/77-tage-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/77-tage.jpg 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><\/h1>\n<h4>Andreas Berger l\u00e4sst die 77 Tage des AKW-Ade-Camps vor dem BKW-Hauptsitz aufleben. Sein Film \u00ab77 Tage sind nicht genug\u00bb zeigt den Protest, der in der tempor\u00e4ren Stilllegung des AKW M\u00fchleberg gipfelte.\u00a0Christoph Aebischer, BZ,\u00a001.12.2011<\/h4>\n<p>\u00abHallo Paps, darf ich im Camp \u00fcbernachten? Ich bin an vorderster Front, aber es passiert schon nichts.\u00bb Die 16-j\u00e4hrige Sch\u00fclerin Stefanie Sch\u00e4rer aus Bern h\u00e4ngt l\u00e4ssig am Polizeiabsperrgitter bei der japanischen Botschaft, telefoniert mit ihrem Vater und schaut dabei keck in die Kamera von Andreas Berger. Gestellt ist die Szene nicht. Die AKW-Gegner wollten dem japanischen Botschafter im Mai ein Zeichen ihrer Betroffenheit zum Reaktorungl\u00fcck in Fukushima \u00fcberreichen. \u00abDort fiel mir Steffi auf\u00bb, sagt der Berner Filmemacher heute. Deshalb wurde Stefanie zu einer der drei Hauptfiguren seines Films \u00fcber das AKW-Ade-Camp auf dem Viktoriaplatz, das Bern und vor allem die BKW 77 Tage lang in Atem hielt. Berger bem\u00fcht sich nicht um einen neutralen Blick. Vielmehr begleitet er eine Bewegung, die sich nach der Kernschmelze in Fukushima ziemlich spontan entwickelte. Der Film zeichnet unter anderem nach, wie Stefanie politisch aktiv wird. Am 24.Mai 2011 streikten mit ihr viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. 2000 zogen Slogans proklamierend durch die Stadt. M\u00fchleberg muss vom Netz, forderten sie.<\/p>\n<h2>Tr\u00e4nen bei der R\u00e4umung<\/h2>\n<p>Doch auch die AKW-Gegner der ersten Stunde erhalten im Film \u00fcber das Zeltlager vor dem BKW-Hauptsitz in der Person des 61-j\u00e4hrigen Ruedi Jungen aus Frutigen eine Stimme. Der dritte Protagonist ist Tom Locher, der sich seit Jahren in der Reitschule engagiert. \u00abIch fragte bereits im Mai an einer Vollversammlung des Camps, ob es okay ist, wenn ich einen Film drehe\u00bb, erz\u00e4hlt Berger, der Autor von \u00abZaffaraya 3.0\u00bb. Diesen Freitag findet nun die Urauff\u00fchrung seines neuen Films im Kulturzentrum Reitschule statt. Zwischen Aufnahmen des Campalltags, mit Auftritten von K\u00fcnstlern wie Pedro Lenz oder Steff la Cheffe, zu den Donnerstagdemos und den Protestm\u00e4rschen nach M\u00fchleberg, streut Berger Interviews ein, in denen beispielsweise auch anwesende Polizisten sehr offen \u00fcber ihre Rolle reden. Allm\u00e4hlich mauserte sich das Camp zu einer politischen Herausforderung, die mit der polizeilichen R\u00e4umung am 22.Juni endete. Stefanie weint Tr\u00e4nen der Entt\u00e4uschung.<\/p>\n<h2>Skeptische BKW<\/h2>\n<p>\u00abDie BKW hatte vorerst M\u00fche mit dem Filmprojekt und wollte nicht mitmachen\u00bb, sagt Berger. Letztlich willigte die Betreiberin des AKW M\u00fchleberg dann Ende September in ein Treffen zwischen Stefanie Sch\u00e4rer und BKW-Sprecher Antonio Sommavilla ein. Desillusioniert muss die Sch\u00fclerin feststellen, dass das AKW M\u00fchleberg wohl nur aus taktischen Gr\u00fcnden zeitgleich mit der R\u00e4umung des Camps vom Netz ging. Denn seit der Sanierung liefert der \u00abSchrottreaktor\u00bb, wie die Gegner ihn im Film bezeichnen, wieder Strom. \u00abF\u00fcr mich ist diese Niederlage ein Ansporn\u00bb, sagt Stefanie k\u00e4mpferisch in Bergers Kamera. Berger gibt seinem Streifen folgerichtig den Namen \u00ab77 Tage sind nicht genug\u00bb. Als Zeitdokument, das zwar Stellung bezieht, aber die andere Seite und ihre Argumente nicht ausblendet, legt der 78-min\u00fctige Film Zeugnis ab einer auch weit weg von Japan aufw\u00fchlenden Katastrophe. Formal fehlt ihm der letzte Schliff. Doch Berger setzte sich unter Zeitdruck: \u00abMir war von Anfang an klar, dass der <a name=\"woz\"><\/a>Film noch in diesem Jahr herauskommen muss und nicht erst in f\u00fcnf Jahren.\u00bb<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sommer 2011 \u2013 Sommer 2012, 66 Minuten<br \/>\nDer Film ist als Bonustrack auf der DVD \u00ab77 Tage sind nicht genug\u00bb<\/p>\n<p>Zweite Halb(werts)zeit im Glaubenskrieg um M\u00fchleberg<br \/>\nEin Film mit Stephanie Sch\u00e4rer, Ruedi Jungen, Tom Locher, Christa Ammann, Manuela B\u00e4chtold, Cecile Keller, J\u00fcrg Joss u.a.<br \/>\nProduktion, Regie, Kamera, Ton und Schnitt: Andreas Berger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Berger l\u00e4sst die 77 Tage des AKW-Ade-Camps vor dem<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":324,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[53,54,7,11],"class_list":["post-321","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-muehleberg","tag-77-tage","tag-film","tag-muehleberg","tag-schrottreaktor"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=321"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":323,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/321\/revisions\/323"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fokusantiatom.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}