Fokus Anti-Atom

Endlager?

Homepage: DIE REISE ZUM SICHERSTEN ORT DER ERDE

Seit Beginn der zivilen Nutzung der Atomenergie im Jahr 1956 gibt es ein Dilemma: wir produzieren «sauberen Strom» und hinterlassen den gefährlichsten Abfall überhaupt. Der hochradioaktive Atommüll bedroht uns für hunderttausende von Jahren. 350000 Tonnen sind es inzwischen weltweit – und jährlich kommen 10000 Tonnen dazu. Der Müll wird rund um die Welt provisorisch gelagert, in Kühlbecken auf Atomkraftwerksgeländen
und in Zwischenlagern. Die politische Strategie, diesem Dilemma zu entrinnen, heisst
heute in allen Atomenergie produzierenden Ländern: Endlagerstandorte finden. Orte finden, wo die Gefahr für künftige Generationen bis in alle Ewigkeit gebannt ist. Ein solcher Ort kann nichts anderes als «der sicherste Ort der Erde» sein. Seit Jahrzehnten wird in vielen Ländern weltweit danach gesucht, wissenschaftlich geforscht und immer wieder werden mögliche Standorte verworfen.
Mit diesem Film begebe ich mich auf die komplexe Suche nach dem sichersten Ort der Erde. Menschen, die das Problem stellvertretend für uns alle lösen wollen, stehen im Zentrum des Films – ihr Bemühen, ihr Leiden, ihre Kämpfe, ihr Hoffen und ihre Niederlagen. Der in der Schweiz lebende Nuklearphysiker Charles McCombie ist seit 35 Jahren in führenden Positionen und mit ungebrochenem Optimismus in die weltumspannende Suche nach dem sichersten Ort involviert. Exklusiv für den Film öffnet er Türen zu Orten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Er trifft auf Weggefährten und einige seiner schärfsten Gegner. Es ist eine Reise durch tiefe Schichten kollektiver Verdrängung. Trotz jahrzehntelanger, erfolgloser Suche nach Endlagerstandorten wird die Produktion von hochradioaktivem Atommüll ungebrochen fortgesetzt. Es herrscht ein fast religiöser Glaube, dass sich in Zukunft alles fügen wird. Die Verdrängung des Problems wird dadurch begünstigt, dass das radioaktive Material aus Sicherheitsgründen auch heute schon provisorisch weggesperrt werden muss: in tabuisierte, dem öffentlichen Auge entzogene Gelände, in die nur unter schwierigsten Auflagen Einblick gewährt wird.
Der Film ist auch ein permanentes Ringen darum, den Müll zu Gesicht zu bekommen. In diesem Ringen wächst die Einsicht, dass der sicherste Ort nur dort zu finden sein kann, wo es uns als Kollektiv gelingt, uns dem Druck extremer ökonomischer Sachzwänge zu widersetzen, nicht zu Gläubigen zu werden und Behauptungen nicht voreilig als letzte wissenschaftliche Wahrheiten zu missverstehen.Der Film reist auf der Suche nach Antworten bis ans Ende der Welt. // Edgar Hagen


Into Eternity: Ein weiterer Film über die Endlagerung