Leibstadt „Nie mehr ans Netz!“

Einzelne Brennelemente im AKW Leibstadt weisen Oxydationsschäden auf, weshalb das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI dem AKW nach der Revision im August 2016 keine Bewilligung erteilt hat, den Reaktor wieder einzuschalten. Die Oxydation der Brennelemente ist auf den mangelnden Kühleffekt des Reaktorwassers an den Brennelementen mit lokaler Überhitzung und in der Folge einer punktuellen Oxydation der Brennelemente zurückzuführen. Bei lokaler Überhitzung der Brennelemente bildet sich auf diesen ein Film aus Dampfblasen, welcher die Brennstäbe vom Kühlwasser isoliert. Dadurch erhitzen bzw. überhitzen sich die Brennstäbe, denn wegen des Films von Dampfblasen kommt zu wenig umfliessendes Kühlwasser in direkten Kontakt mit den, Hüllrohren der nuklearen Brennstoffelemente. Dieses Phänomen wird als «local Dryout» bezeichnet.


Das als «lokal Dryout» beschriebene Problem kann aus mehreren Gründen auftreten:

  • Zu hohe Leistung auf den Brennstäben: Bei der Berechnung der Kernladung (also wie viele Brennstäbe wie dotiert werden und wo in den Reaktor eingelegt werden) können Rechenfehler grosse Auswirkungen haben. So eben lokale Überhitzung.
  • Strömungsprobleme: Gerade bei  Neukonfigurationen des Brennstoffs (z.b. wenn ein neuer Brennelementyp eingesetzt wird, oder der Lieferant wechselt) kann es zu Veränderungen des Strömungsprofils innerhalb der Kernladung kommen. Werden die Brennelemente nicht richtig angeströmt kann dies lokal zu geringer Wärmeabfuhr führen. Also zu lokaler Überhitzung.
  • Wasserchemie: Das Reaktorwasser in einem AKW ist hochreines nahezu Ionenfreies Wasser, geringste Verunreinigungen können dazu führen dass Oxidationen oder Metallverschiebungen stattfinden können.
  • Leistungsoszillation: Die Regelung eines Atomreaktors ist heikel da die Leistung innerhalb sekundenbruchteilen überproportional ansteigen kann. Gerade die Dampfblasen spielen dabei eine wichtige Rolle, eine lokale Anhäufung dieser kann die Regelung des Reaktors stark beeinflussen. Die Regelung kann dann in ein Schwingen versetzt werden, wobei es bei Überschwingen auch zu lokalen Überhitzungen kommen kann. In den 90er Jahren wurde der Leistungsoszillation im AKW Leibstadt mittels der Anpassung der thermomechanischen Betriebsgrenzwerte (TMOL-Kurve) begegnet. Dampfblasen entstehen in einem Siedewasserreaktor auch im Normalbetrieb, wichtig ist die Kontrolle dieser.
  • Fertigungsprobleme: Letztendlich sind auch Fertigungsprobleme möglich. So könnten die Hüllrohre welche den Kernbrennstoff beinhalten stellenweise zu dünne Metallschichten aufweisen, Legierungen falsch sein, die Produktionsweise von den Anforderungen abweichen usw. Die Lieferung 2011-15 kam von Westinghaus Schweden.

Kühlsystem

Das Kühlsystem ist hauptsächlich der Kondensator welcher nach der Dampfturbine das Reaktorwasser kühlt, dieser Kondensator wiederum wird je nach dem über einen Kühlturm, oder über eine Flusskühlung Rück-gekühlt (Im Fall Leibstadt Kühlturm). Dieser Kreislauf ist eben der Kühlkreislauf. FunktionSiedewasserreaktor *.pptx


Brennelementschäden, nix neues!

Bereits in den 90er Jahren kam es im AKW Leibstadt zu Brennelementkorrosion. Im Abschlussbericht 1997/2001 ist folgendes zu Lesen: «Obwohl die grundlegenden Mechanismen für das Entstehen der ELK auch gegenwärtig noch nicht ausreichend bekannt sind,….».

 

1994 OSART Mission; „However, KKL has experienced a number of fuel Failures since the fifth cycle.“

1996 HSK Gutachten zur Leistungserhöhung: 4-1 „Die Vorkommnisse mit dem grössten Einfluss auf die Strahlenbelastung des Personals und auf die Verfügbarkeit der Anlage waren im KKL Brennstabschäden (Kap. 4.2) mit einer daraus resultierenden höheren Reaktorkühlmittelaktivität.“

1996 HSK Gutachten zur Leistungserhöhung: Auszug zu den Brennelementproblemen 4-35 bis 4-28

 

Fokus Anti-Atom machte bereist 2014 auf die Brennelementprobleme im AKW Leibstadt aufmerksam!

 

 


Leistungserhöhung mit Auflagen zu Brennstoffschaden!

Wann das AKW wegen Brennelementeschäden vom Netz muss wurde in einer Auflage zur Leistungserhöhung im Oktober 1998 von der HSK (heute ENSI) festgelegt. Im Sicherheitsgutachten 2009 steht:

„Die Freigabe der ersten Leistungserhöhung (LS1) bis 3327 MWth erfolgte durch die HSK im Oktober 1998. Der hinsichtlich Brennelementschäden störungsarme Betrieb wurde explizit als Voraussetzung für die Freigabe in die Auflage aufgenommen, da in den Jahren 1988 bis 1995 vermehrt Brennstabschäden im KKL auftraten, die mit einer grösseren Freisetzung von Brennstoff in das Reaktorwasser verbunden waren (s. Ausführungen in Kapitel 5.6 dieser Stellungnahme). Der Begriff „störungsarmer Betrieb hinsichtlich Brennelementschäden“ wurde von der HSK im Juli
19979 als Ausbleiben schwerer Brennelementschäden mit Freisetzung wesentlicher Mengen von Brennstoff ins Kühlmittel definiert. Schwere Schäden, die eine Leistungserhöhung nicht erlauben, liegen vor,
− wenn prognostiziert wird, dass bis Zyklusende mehr als 150 g Urandioxid in das Reaktorwasser freigesetzt werden; oder
− wenn die über drei Wochen gemittelte Jod-131-Konzentration im Reaktorwasser mehr als 50 % der in der Technischen Spezifikation des KKL festgelegten Grenze beträgt und eine steigende Tendenz aufweist; oder
− wenn, unabhängig von den Freisetzungen, Schäden an mehr als vier Brennelementen auftreten, wobei die Schadensursache noch nicht bekannt ist oder nicht behoben werden kann.
Im Jahr 1997 wurde erstmals erhöhte lokale Korrosion an einzelnen Brennelementhüllrohren im Bereich der Abstandshalter festgestellt. Auf Basis der vom KKL durchgeführten Messungen zur Ermittlung der Wanddicken der betroffenen Brennelementhüllrohre kam die HSK zu dem Schluss, dass das Fortschreiten der lokalen Korrosion durch die Änderung der wasserchemischen Parameter seit September 1997 wesentlich verringert wurde. Nach Ansicht der HSK war damit die in der Auflage genannte Voraussetzung eines hinsichtlich Brennelementschäden störungsarmen Betriebes erfüllt. Im
Betriebszyklus 1997/1998 trat dann auch lediglich ein fremdkörperbedingter Brennelementschaden auf, der zu keiner grösseren Freisetzung von Brennstoff in das Reaktorwasser führte.“

1999 wieder Brennstoffschaden!

Die Freigabe der zweiten Leistungserhöhung (LS2) bis 3420 MWth erfolgte durch die HSK im September
1999. Im Betriebszyklus 1999/2000 traten Schäden an neun Brennelementen mit Freisetzung von Brennstoff in das Reaktorwasser auf (es wurden ca. 80 g Urandioxid in das Reaktorwasser freigesetzt). Die Mehrzahl der Schäden wurde durch Fremdkörperreibung verursacht (später wurde vom KKL nachgewiesen, dass sämtliche Schäden durch Fremdkörperreibung verursacht worden waren).

2001 wieder Brennstoffschaden!

Die Freigabe der vierten und letzten Leistungserhöhung (LS4) bis 3600 MWth erfolgte durch die HSK im Dezember 200112. Im Betriebszyklus 2000/2001 trat ein geringer Brennelementschaden ohne Freisetzung von Brennstoff in das Reaktorwasser auf.


Neben Brennelementen versagten auch Steuerstäbe!

Auszug aus dem Sicherheitsbericht 2009 des AKW Leibstadt: „Neben den ursprünglichen Steuerstäben des Typs Duralife-100 und dem Nachfolgetyp Duralife-230 wurden ab Zyklus 17 (2000/2001) langlebige Steuerstäbe des Typs Marathon und ab Zyklus 20 (2003/2004) solche des Typs CR99 eingesetzt. Der Einsatz dieser neuen Typen auf Kontrollpositionen (Reaktivitätssteuerung während des Betriebs) war damit verbunden, dass es seit Frühjahr 1997 wiederholt zu Steuerstabschäden mit Auswaschung des Absorbermaterials Bor kam. Zur Auswaschung haben Steuerstäbe vom Typ Duralife-230, welche die vom Hersteller angegebene Einsatzgrenze bei Weitem noch nicht erreicht hatten, wesentlich beigetragen. Während der JHR 2003 wurden schliesslich alle Steuerstäbe des Typs Duralife-230 ersetzt.“


Medien

Aargauerzeitung 03.02.2017

Südkurier 03.02.2017

Stuttgarter Nachrichten 03.02.2017

NZZ 02.02.2017

srf 01.02.2017

Badische Zeitung 14.02.2017

Tagesanzeiger 01.02.2017

srf 19.12.2016

Aargauerzeitung 23.11.2016

Tagesanzeiger 16.06.2016

 


Betreiber Behörden:

KKL 19.12.2016

ENSI (1) 19.12.2016   ENSI (2) 19.12.2016

HSK 1997

 

Beznau 1: Hält der Stahl des Reaktordruckbehälters?

Der Reaktordruckbehälter des AKW Beznau 1 hat eine Aluminiumoxid Verunreinigung
Reaktordruckbehälter des AKW Beznau 1

Die Einschlüsse im Reaktordruckbehälter des AKW Beznau 1 sind nicht wie erst vermutet Wasserstoffeinschlüsse ähnlich wie bei den belgischen Reaktoren Doel3 und Thiange2, sondern Aluminiumoxideinschlüsse. Aluminiumoxid gehört nicht ins Grundmaterial eines Reaktordruckbehälters, das zeigt die Materialspezifikation «ASME Boiler and Pressure Vessel Code». Wie schwächen die Aluminiumoxideinschlüsse den Beznau-Reaktor?

Fokus Anti-Atom ist dieser Frage nachgegangen: Lesen Sie:

2016_10_24-beznau_rpv.pdf

Aluminium hat im Stahl für Reaktordruckbehälter nichts zu suchen!


 

Neue Erdbebengefährdungsannahmen: Papier ist geduldig

Medienmitteilung vom 30.05.2016

Heute hat das ENSI die neusten Resultate der Erdbebenstudien des „Pegasos Refinement Project“ PRP zu den Standorten der Schweizer AKW publiziert. Die Werte sind höher als bisher angenommen. Die Vermutung liegt nahe, dass damit die reale Gefahr der AKW gegenüber früheren Behauptungen grösser ist. – Doch das ganze Prozedere der Erdbebenstudien ist eine Realsatire; denn den AKW-Betreibern werden wieder jahrelange Fristen zum Nachrechnen der Erdbebensicherheit gewährt – griffige Nachrüstungen sind damit nicht gemacht.

Wie schädlich ein Erdbeben für ein Atomkraftwerk ist, hängt von zwei Seiten ab. Erstens der Intensität des Erdbebens, zweitens der Robustheit der Gebäude, Anlagen, Bestandteile des AKW gegen dieses Erdbeben. Die überalterten Schweizer Atomkraftwerke wurden bei Ihrem Bau nicht ausreichend gegen Erdbebengefahren ausgelegt, Nachrüstungen wurden nur spärlich getätigt. Dies gilt vor allem für die ältesten Reaktoren, Beznau und Mühleberg.

Ökonomie vor Schutz der Bevölkerung

Was heute das ENSI darlegt, ist eine Frechheit. Seit 1999 dauern die Erdbebenstudien. Ernsthaft kann man sie nicht einmal wissenschaftlich würdigen. Fokus Anti-Atom wirft dem ENSI vor, dass die Atomwirtschaft zu sehr in die Erdbebenstudien des PRP verwickelt ist. Projektleitungen und aktive Mitarbeit der Swissnuclear (AKW-Betreiber-Organisation) – v.a. in der Person von Dr. Philippe Renault – wurden nie verhindert. So sind die endlosen Verzögerungen massgeblich auf ein Seilziehen zwischen ENSI, Expertenteams und den Atombetreibern zurückzuführen. Auch in der letzten Etappe wurde den Atomkonzernen für eine Stellungnahme zu den ENSI-Verfügungen mehrere Monate Zeit gewährt. Die ökonomisch angeschlagenen Konzerne werden geschont.

Mehrere Notsysteme sind nicht erdbebenfest

2007 wurden durch das ENSI in einer Liste zum AKW Mühleberg 17 nicht erdbebenfeste Sicherheits- und Notkühlsysteme aufgelistet. Bei Beznau zeigte sich praktisch dasselbe Bild. Einige der Systeme wurden zwar modifiziert. Beznau wartet aber immer noch auf den Anschluss eines erdbebenfesten Notstromsystems. In Mühleberg musste für den Betrieb bis zur definitiven Stilllegung 2019 ein „Sicherheits“-Nachweis geliefert werden: Mit Absegnung des ENSI wird kein einziges der neu zu ergänzenden Notkühlsysteme erdbebenfest gebaut werden. Aufgrund der heute publizierten erhöhten Erdbebenwerte sind die Gefahren für eine Kernschmelze wesentlich höher einzustufen.

Einmal mehr: Monatelange Berechnungen und keine Massnahmen

Den Betreibern wird für die Erdbebennachweise (bzw. die Nachweise für die Beherrschung eines Unfalls bei einem massiven Sicherheitserdbeben SSE) einmal mehr sehr lange Zeit gewährt. Mühleberg muss die letzten Papiere Ende 2018 liefern, ein Jahr vor der definitiven Silllegung. Die Logik muss anders sein. Fokus Anti-Atom drängt darauf, dass Beznau I nicht mehr ans Netz gehen darf und Mühleberg und Beznau II stillgelegt werden. Die Organisation evaluiert auch ein rechtliches Vorgehen. Es ist darauf hinzuweisen, dass immer noch ein Gerichtsverfahren zur Stilllegung des AKW Mühleberg sistiert ist, weil bis anhin keine neuen Erkenntnisse vorgelegen haben. Dies hat sich mit den neuen Erdbebenwerten geändert.

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Stilllegungsplan AKW Mühleberg

Heute hat die BKW über die Stilllegungplanung des AKW Mühleberg informiert.

Abschalten

Lesen Sie die Medienmitteilung von Fokus Anti-Atom  als *.pdf Dokument 

 

BKW Stilllegungsplan: Abschalten schafft Sicherheit!

Der Betrieb des AKW Mühleberg stellt bis zu seiner Abschaltung ein zu grosses Risiko dar

Das ENSI verfügte im Januar 2015 reduzierte Nachrüstungen für den Betrieb des AKW Mühleberg bis Ende 2019. So muss zum Beispiel die neu zu erstellende Notkühlung des Brennelementeabklingbeckens BEB nicht erdbebenfest ausgeführt, und erst gegen Ende 2020 in ein Sicherheitssystem überführt werden. Auch auf die Unabhängige Kühlung des AKW aus der Saane verzichtet das ENSI, es darf nun auf die Trinkwasserversorgung der Region Mühleberg zurückgegriffen werden. 1999 startete das Projekt PEGASOS, die Einschätzung des standortspezifischen Erdbebens. Als die Resultate zu hoch lagen starteten die Betreiber das Projekt «Pegasos Refinement Project PRP», diese «verfeinerten Erdbebendaten» sind immer noch nicht öffentlich.

Das ENSI reduzierte nach dem Stilllegungsentscheid der BKW die Forderungen zu Nachrüstungen des Altreaktors in der Logik; «Für nur noch wenige Betriebsjahre braucht es auch nur eine abgespeckte Nachrüstung.»  Dies ist eine falsche Risikoeinschätzung, da es sich um eines der ältesten AKW der Welt, mit den bekannten Alterungsschäden, wie zum Beispiel dem angerissenen Kernmantel, handelt. Die sofortige Abschaltung des Uralt-Reaktors wäre der grösste Sicherheitsgewinn.

Risiken der Stilllegung

Ein spezielles Augenmerk legt Fokus Anti-Atom auf die «Etablierung des Nachbetriebs», weil dabei das Notkühlsystem des BEB umgebaut wird.

Zur Erinnerung; in Fukushima kam es, infolge des Supergaus, im Abklingbecken des Reaktors 4 zur Überhitzung der Brennelemente und daraus folgender radioaktiver Verseuchung der Umwelt.

Das ENSI verlangt den Umbau des BEB in ein Sicherheitssystem bis Ende 2020, was unverständlich ist. Schliesslich werden Anfang 2020 die letzten eingesetzten Brennelemente aus dem Reaktor in das BEB entladen, dann werden sich darin über 600 Brennelemente befinden. Schon die Anfang 2015 vom ENSI verfügte, nicht Erdbebenfeste Nachrüstung der Notkühlung, löste bei Fokus Anti-Atom schwere Bedenken aus. Es fragt sich wieso wird das Brennelemente Abklingbecken nicht vor der Abschaltung umgebaut?

Der BKW Stilllegungsplan

Generell ist die Stilllegung des AKW zu begrüssen, Fokus Anti-Atom ist jedoch der Meinung das der Betrieb des AKW bis Ende 2019 weiterhin ein hohes Risiko darstellt. Der heute von der BKW aufgelegte Bericht zur Stilllegung des AKW Mühleberg lässt einigen Interpretationsspielraum, dies ist einerseits verständlich da die Detailplanung immer noch im Gange ist. Andererseits ist es gerade deshalb wichtig, dass Fokus Anti-Atom auch die Rückbauarbeiten kritisch begleitet, speziell bis zu Moment da die letzten Brennelemente aus dem AKW abgeführt sind und damit das Atom-Risiko erheblich gesenkt wird.

Reicht Fokus Anti-Atom eine Einsprache gegen die Stilllegungsplanung ein?

Erstmals widmet sich Fokus Anti-Atom dem Studium der heute aufgelegten, umfangreichen Unterlagen. Fokus Anti-Atom ist mit der BKW bezüglich der Risikoeinschätzungen in Kontakt. Eine Einsprache ist nicht Selbstzweck. Für Fokus Anti-Atom seht die Sicherheit im Vordergrund, für die BKW die Kosten. Sollte der Stilllegungsplan zu Ungunsten der Sicherheit gehen, ist Fokus Anti-Atom gezwungen darauf hinzuweisen.

Die BKW Stilllegungs Homepage

Schweiz Aktuell srf.ch am 4.4.2016

 

Mühleberg gehört zu den ältesten AKW der Welt

Im April 2015 wurden gemäss der IAEA (PRIS) in Japan 5 Reaktoren definitv vom Netz genommen. Damit ist Mühleberg unter den ältesten AKW der Welt weiter nach hinten/vorne gerutscht. Die Erst-Inbetriebnahme des AKW erfolgte 1971 nach einem Brand im AKW ging es dann erst 1972 ans Netz. Demnach rangiert das AKW Mühleberg als zwölft- (1971) oder zwanzigst (1972) ältestes AKW der 238 Weltweit installierten konventionell genutzten Atom-Reaktoren. Insgesamt sind 3 der fünf Schweizer AKW unter den ältesten Reaktoren der Welt.  

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35 Organisationen machen Druck auf Nachrüstungen in Mühleberg

35 Anti-Atom-, Umwelt-, Menschenrechtsorganisationen und Parteien verlangen sofortige Massnahmen gegen die nunmehr über drei Jahre dauernde Verschleppung von Nachrüstkonzepten im AKW Mühleberg. Sie fordern zu diesem Zweck vom Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK in einem Brief vom 20. Oktober 2014, die Verordnung zur Ausserbetriebnahme von Kernkraftwerken ABNV auf schnellstem Weg im Sinne einer superprovisorischen Verfügung zu präzisieren. Das AKW Mühleberg verletzt mehrfach die offiziellen Risikogrenzwerte und soll deshalb nach Inkraftsetzung der Verfügung sofort ausser Betrieb genommen werden und nur dann wieder in Betrieb gehen können, wenn belegt ist, dass im AKW ausreichende Nachrüstungen durchgeführt worden sind.

Abschalten statt Aussitzen!

Eine Artikel-Serie im Journal-B

 

Medienmitteilung

 

Brief an UVEK

 

Aufruf der 32 Organisationen

 

Info10_Fokus_Anti-Atom

Alarmierende Personalsituation im AKW Mühleberg

AKW Mühleberg Immer weniger Wissen und Erfahrung des Personals

Heute hat das ENSI den jährlichen Aufsichtsbericht über die Kernanlagen publiziert . Fokus Anti-Atom hat mit Besorgnis festgestellt, dass im AKW Mühleberg immer mehr erfahrenes Personal den Betrieb verlässt. Nicht von ungefähr hat das AKW die weitaus meisten Vorfälle der Schweizer Anlagen verzeichnet. Gravierender Wissensschwund für einen Weiterbetrieb „Die Personalfluktuation erreichte im Jahr 2013 einen Stand, welcher auf einen bedeutenden Verlust an werksspezifischem Wissen und Erfahrung hinweist.“ Dies schreibt das ENSI in seinem heute publizierten Aufsichtsbericht (Kap.2.7). Erfahrungen spielen in einem über vierzigjährigen AKW eine beutende Rolle. Jüngeres Personal ist mit der Technik der 1960-er Jahre zu wenig vertraut. Funktionsabläufe und technische Konstruktion unterscheiden sich erheblich von späteren Anlagen. Jürg Aerni, Präsident Fokus Anti-Atom: „Offensichtlich sind die Angestellten nicht mehr motiviert, auf einen Endzeitbetrieb hin zu arbeiten, was diesen umso gefährlicher macht.“ Nicht von ungefähr werden längst pensionierte Ingenieure als Berater beigezogen . Dies wiegt umso schlimmer, als auch auf der Ebene des Managements der Sicherheit zu wenig Beachtung geschenkt wird, wie kürzlich eine Expertengruppe der IAEA bei einer Kontrolle (OSART-Mission) bemängelt hat . Das ENSI hatte in seiner Beurteilung der zehnjährlichen Sicherheitsbeurteilung des AKW sogar den Verwaltungsrat kritisiert.

Im aktuell vorliegenden Jahresbericht 2013 des ENSI ist folgendes zu lesen: „Die Personalfluktuation erreichte im Jahr 2013 einen Stand, welcher auf einen bedeutenden Verlust an werksspezifischem Wissen und Erfahrung hinweist. Das KKM hat 2013 keine grösseren organisatorischen Änderungen vorgenommen.“
Im aktuell vorliegenden Jahresbericht 2013 des ENSI ist folgendes zu lesen: „Die Personalfluktuation erreichte im Jahr 2013 einen Stand, welcher auf einen bedeutenden Verlust an werksspezifischem Wissen und Erfahrung hinweist. Das KKM hat 2013 keine grösseren organisatorischen Änderungen vorgenommen.“

Medienmitteilung Fokus Anti-Atom: 2014_06_30-FAA-ENSIJahresbericht

 

24.7.2014 BZ AKW Mühleberg liefen Mitarbeiter davon
22.07.2014 srf Kein Personal fürs AKW
24.07.2014 AZ

Gibt es in den Aargauer AKW einen Fachkräftemangel?

24.07.2014 DerBund BKW braucht neue Leute für den Kommandoraum in Mühleberg
22.07.2014 Kein Personal fürs AKW
03.07.2014 AKW: Riskante Personalprobleme

 

Weiterführendes zu Personalproblemen in AKW

 

Ueli Jost (72) pensionierter Mühleberg Mitarbeiter in einem Beitrag des srf.ch rühmt sich noch regelmässig ins AKW gehen zu müssen. Dazu ein Text von Fredi Lerch: IV    Jetzt, wo das Risiko zunimmt, beginnt das Personal davonzulaufenVor einem Jahr hat das SRF-Fernsehmagazin «ECO» Ueli Jost porträtiert. «Von Beginn weg», also seit 1971, habe dieser Elektroingenieur im AKW Mühleberg gearbeitet und auch heute noch, mit 72 Jahren, sei er teilzeitig dabei. «Ich kenne die Anlage à fond, wie sie wahrscheinlich nur wenige kennen», sagte er stolz in die Kamera: Gegenüber Otto Normalverbraucher habe er einen gewaltigen Wissensvorsprung und könne die Anlage besser beurteilen «als jeder, der seine Informationen aus der Zeitung nehmen muss».  Man nickt ehrfürchtig: Wer über AKWs nur aus den Zeitungen informiert ist, hat keine Ahnung. Da spricht ein alter, weiser Mann zu Unwissenden, um – soweit es ihm sein Schweigegelübde erlaubt – anzudeuten, dass er über geheimes Herrschaftswissen verfügt. «Es gibt mehr Ding‘ im Himmel und auf Erden,
Als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.» Jaja.

 

Die OSART Mission im Oktober 2012 stellte im AKW Mühleberg fest das das Betriebspersonal hohe Überzeitsalden aufweist: „3.1 ORGANIZATION AND FUNCTIONS, The Operations department has a good succession plan in place. Although the 6 shift teams are currently well staffed for the normal daily operations, a limited number of people in Operations have a lot of overtime hours, mainly due to the yearly outage. The team encourages the plant to investigate how overtime hours can be avoided or reduced in the future.“

 

Auch dem ENSI leidet unter Personalmangel. Im ENSI-Rat Bericht 2013 steht: „Es kann mittelfristig schwierig werden, die notwendigen personellen Ressourcen zu rekrutieren, um so das notwendige Know-how für die Aufsichtstätigkeit zu erhalten.»

 

Im Tätigkeitsbericht des ENSI findet  folgender Hinweis zum Personalmangel: „Die Geschäftsleitung des ENSI entschied, den Aufsichts-, den Strahlenschutz- sowie den Erfahrungs-und Forschungsbericht14 aufgrund der im ENSI anstehenden Aufsichtstätigkeiten ressourcenbedingt rund zwei Monate später zu veröffentlichen.“

 

Die Pläne der Schweizer Atomlobby neue AKW zu bauen, welche im Kanton Bern im Jahr 2011 zur absurden Mühlebergersatz-Abstimmung führte, waren absurd. Schon damals erkannten sie selbst dass sie ungenügend Personal zum Bau von AKW hat.

Hier Links zu Vorträgen welche bereits 2010 (Planung von AKW-Neubauten) auf Personal-Ressourcenprobleme eingingen

Die Resun welche neue AKW in Beznau und Mühleberg (Seite 6+9) plante, hielt folgendes fest: „Herausforderungen einzelner Dimensionen, Ressourcen / Knowhow – Fachspezialisten heute sehr gesucht, in den Werken, bei Aufsichtsbehörden und für Neubauprojekte sowie in der Entwicklung.“

Die Alpiq welche ein neues AKW in Gösgen (Seite36) bauen wollte, stellte  fest es fehlen Personen bei Aufsicht und Entwicklung.

„- Lack of people in the safety authorities (ENSI)
– Lack of people in the research centers (PSI, …)“

 

 Auch Beznau hat Personalprobleme!

Da hat die Aargauerzeitung ungenügend Recherchiert. Auszug aus dem ENSI Jahresbericht 2013: „Die in früheren Aufsichtsberichten des ENSI angesprochenen Personalfluktuationen in der Leitung des operationellen Strahlenschutzes waren auch im Berichtsjahr 2013 ein Thema.“